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Neubau mit PV und Wärmepumpe: Leitfaden für Technik, Tarife und Eigenverbrauch

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PV und Wärmepumpe passen im Neubau hervorragend zusammen. Der Unterschied zwischen „funktioniert“ und „läuft richtig effizient“ entsteht jedoch durch Planung, Schnittstellen und eine saubere Inbetriebnahme.

Planung zuerst: Heizlast, Heizflächen, Regelung

Starte nicht mit der kWp-Zahl auf dem Dach, sondern mit der Gebäude-Realität: Heizlast, Ziel‑Vorlauftemperaturen und die Auslegung der Heizflächen bestimmen, wie effizient die Wärmepumpe arbeiten kann. Niedrige Vorlauftemperaturen (z. B. durch Fußbodenheizung) sind fast immer ein Effizienz-Booster.

PV sinnvoll dimensionieren: Eigenverbrauch schlägt Bauchgefühl

Plane PV so, dass sie zu deinem künftigen Verbrauch passt: Neben dem heutigen Haushalt zählen oft E‑Auto, Homeoffice, Klimatisierung oder eine höhere Warmwasserlast. Dimensioniere konservativ und rechne lieber mit realistischen Erträgen, damit die Wirtschaftlichkeit robust bleibt.

Wärmepumpe im System: Regelung, Tarife, Monitoring

Zur Praxis gehört auch der Tarif: Ob Wärmestromtarif, zeitvariable Preise oder dynamische Tarife – sinnvoll wird das erst, wenn du Lasten wirklich steuern kannst. Ohne Steuerung riskierst du, genau in teuren Stunden zu laufen.

Stromspeicher im Neubau: Wann er sich lohnt

Der Speicher ist das „Feintuning“. Wenn Gebäude, Wärmepumpe und PV nicht sauber abgestimmt sind, rettet ein Speicher die Wirtschaftlichkeit nicht.

Schnittstellen & Inbetriebnahme: Hier geht Effizienz verloren

Ein Klassiker: viel Geld in Hardware, aber kein Monitoring. Ohne Kennzahlen und einfache Checks merkst du Effizienzverluste oft erst in der Abrechnung.

Schneller Check vor der Entscheidung

  • Schnittstellenliste erstellen (Wechselrichter ↔ EMS ↔ WP ↔ Zähler)
  • Heizlastberechnung + Ziel‑Vorlauftemperatur dokumentieren
  • Monitoring definieren (KPIs, Alarme, monatlicher Kurzcheck)
  • PV‑Größe am Lastprofil ausrichten (inkl. E‑Auto & künftiger Verbraucher)
  • Wärmepumpe passend dimensionieren und Heizkurve sauber einstellen
  • Messkonzept planen (WP/Haushalt/Wallbox) und Zählerplätze früh festlegen

FAQ

Brauche ich im Neubau zwingend einen Speicher?
Nicht zwingend. Sinnvoll ist er, wenn zusätzlicher Eigenverbrauch die Mehrkosten über die Nutzungsdauer realistisch trägt.

Welche Reihenfolge in der Planung ist am sinnvollsten?
Beginne mit Heizlast und Vorlauftemperaturen, plane dann Messkonzept/Regelung, wähle PV passend zum Verbrauch und entscheide zuletzt über Speicher.

Was ist der häufigste Praxisfehler?
Eine Wärmepumpe ohne saubere Inbetriebnahme und ohne Monitoring – dann bleibt viel Effizienz liegen.

Unterm Strich gilt: Technik ist selten das Problem. Planung, Schnittstellen und Monitoring entscheiden, ob PV + Wärmepumpe im Neubau wirklich liefert.